Gedichte
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| In des Sommers milden Tagen denkt kein Mensch an Jagd und Hirsch: in den Wäldern, in den Hagen bleiben friedlich Has' und Hirsch. Nur auf mich hat man gefahndet, nur auf mich die Meut' entsandt, und noch eh' ich es geahndet, mich ergriffen und verbannt. Und so ward ich denn vertrieben und der Heimat schnell entwandt - doch zum Trost ist mir geblieben noch mein großes Vaterland. Meine Heimat kann ich meiden, Leben kann ich ohne sie: aus dem Leben kann ich scheiden, aus dem Vaterlande nie. Hoffmann von Fallersleben |
| Recht haben ist nur euer Ziel, Recht haben euer Geistesspiel, das Vaterland zur Nebensache. Wer anders denkt, als ihr es meint, gilt gleich für eueren ärgsten Feind und ist verfallen euerer Rache. Was kümmert euch das Vaterland? Ihr denket nur an eueren Stand, an eueren Nutz und Frommen! Ihr werfet alles über Bord, die Freiheit, Einheit, Süd und Nord, um nur zu eurem Ziel zu kommen. Fluch euerer Sonderbündelei! Dem schnöden albernen Geschrei! Fluch euerem leidigen Getriebe! Euch gilt mein ganzer Groll und Haß, doch ewiglich ohn‘ Unterlaß dem Vaterland nur meine Liebe. Walter Flex |
| Wir sind nicht reif ! Das ist das Lied, das sie gesungen haben Jahrhundertelang uns armen Waisenknaben, Womit sie das noch immer beschwichten, Des Volkes Hoffen immer vernichten, Den Sinn des Bessern immer betören Und unsere Zukunft immer zerstören. Wir sind nicht reif ? Reif sind wir immer, reif zum Glück auf Erden, Wir sollen glücklicher und besser werden. Reif sind wir, unser Leiden zu klagen, Reif sind wir, unsere Wünsche zu sagen, Reif sind wir, auch nicht mehr zu ertragen, Reif, für die Freiheit alles zu wagen. Hoffmann von Fallersleben |
| Dem Schlechten mag der Tag gehören, den Wahren und Guten gehört die Ewigkeit. Schiller |
| Deiner Sprache, deiner Sitte, deinen Toten bleibe Treu! Steh in deines Volkes Mitte, was dein Schicksal immer sei! Wie die Not auch dränge und zwinge, hier ist die Kraft, sie zu bestehn; trittst du aus dem heiligen Ringe, wirst du ehrlos untergehn. Michael Albert |
| Deutsche Mahnworte Sei Deutsch: Sei wahr - Sei zuverlässig- Sei stolz - Sei stark - Sei furchtlos- Sei beherrscht - Sei bewusst Deines Blutes - Sei Hilfe dem Edlen - Sei Vernichtung des Bösen - Sei herzeigen dem Volke - Sei Feind seinen Feinden Mathilde Ludendorff Du sollst fühlen lernen: Das, was dein Vaterland ehrt, ehrt auch dich; Das, was dem Vaterlande dient, dient auch dir; Das, was dem Vaterlande nützt, nützt auch dir; Das, was dem Vaterlande not tut, tut auch dir not; Worauf dein Vaterland stolz ist, wird auch dich stolz machen. Rudolf G. Binding |
| Ein Volk, daß seine eigene Geschichte nicht kennt, versteht sich selbst und seine Gegenwart nicht. Erst durch die Geschichte wird ein Volk sich seiner selbst vollständig bewußt. Adalbert Stifter |
| Du bist nicht heute und bist nicht morgen. Du bist tausend Jahre vor dir und bist tausend Jahre nach dir. Tausend Jahre vor dir haben ihr Blut gehütet, daß du so wurdest, wie du bist. Hüte dein Blut, daß die Geschlechterfolgen der tausend Jahre nach dir dir Dank wissen. aus der Edda Vaterliebe baut das Haus, Mutterliebe schmückt es aus. Kindesliebe allezeit Leuchtet hell als Dankbarkeit. Ina Seidel |
| Ans Werk, ans Werk mit Herz und mit Hand, zu bauen das Haus, das Vaterland! Ans Werk, ans Werk, und laßt euch nicht Ruh', gegraben, gehämmert zu und zu! Mit Händen hart, mit Händen weich behauen die Steine zum Bau für das Reich. Ans Werk, ans Werk, sei's Tag, sei's Nacht, keine Rast, bis das Haus zustand' gebracht — Ans Werk, ans Werk! Wilhelm Raabe Morgen, Morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.... Volksweise Und setzt ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein. Schiller
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| Aufrecht schreiten, ehrlich streiten, artrecht leben, vorwärts streben, mutig wagen, nimmer zagen, Feind dem Bösen und dem Schein, Das heißt: Wahrhaft völkisch sein! Fritz Hugo Hoffmann |
| Das höchste Gut des Mannes ist sein Volk. Das höchste Gut des Volkes ist sein Recht. Des Volkes Seele lebt in seiner Sprache. Dem Volk, dem Recht und seiner Sprache treu fand uns der Tag, wird jeder Tag uns finden. -Felix Dahn- |
| Wenn ein Mann nicht bereit ist, etwas für seine Meinung zu riskieren, taugen entweder seine Meinungen oder er selbst etwas! Michael Albert Lebendig ist, wer stark und edel strebt. Die anderen leben nicht, sie werden gelebt. Friedrich Lienhard |
| Das wir so das Fremde lieben! Zu dem Fremden hingetrieben sind wir selbst uns Fremd geblieben - Deutsch will keiner sein. Nur von Auslandsgnaden sollen wir bestehen, wir Lebensvollen, selbst nichts tun und selbst nichts wollen? Schlagt den Teufel drein! Sollen wir an uns verzagen? Kein Gefühl im Herzen tragen, nicht einmal zu sagen wagen, dass wir Deutsche sind? Stählt die Sinne und Gemüter! Seid die Schirmer, seid die Hüter eurer eignen deutschen Güter! Werdet deutschgesinnt! Was die Fremden gutes machten, laßt uns immer gern beachten. aber nach dem Besten trachten für das Vaterland! Liebend alle Welt umfassen, sich verachten, sich nur hassen, kanns der Deutsche niemals lassen? Armes Vaterland! Heinrich Hoffmann von Fallersleben |
| Denn alles, was auf Erden besteht, Besteht durch Ehre und Treue; Wer heute die alte Pflicht verrät, Verrät auch morgen die Neue. Adalbert Stifter |
| Deutschland,was fehlt dir? was klagest du so? bist ja so glücklich,und dennoch nicht froh! Deutschland, so klage, so traure doch nicht! Hast du nicht Alles was vielen gebricht?
Wälder und Felder, und Thäler und Höh'n, Handel und Wandel, und Wissen und Kunst, Künstler, Gelehrte, wie Sand an dem Meer, Constitutionen beschworen so fest, Deutschland, was fehlt dir? was klagest du so? Hoffmann von Fallersleben |
| In Angst und bürgerlichem Leben wurde nie eine Kette gesprengt, Hier muß man schon mehr geben Die Freiheit wird nicht geschenkt. (Refrain:) Nicht Mord, noch Brand, noch Kerker, Noch Standrecht obendrein, Es muß noch kommen stärker, Wenn's soll von Wirkung sein. Es sind die glücklichen Sklaven der Freiheit größter Feind. Drum sollt ihr Unglück haben und spüren jedes Leid. (Refrain...) Zu Bettlern sollt ihr werden, verhungern allesamt. Zu Mühen und Beschwerden verflucht sein und verdammt. (Refrain...) Euch soll das bißchen Leben so gründlich sein verhaßt, daß ihr es weg wollt geben wie eine schwere Last. (Refrain...) Nur dann vielleicht erwacht doch in euch ein neuer Geist. Ein Geist, der über Nacht noch euch hin zur Freiheit reißt! (Refrain...)
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| Du nennst mich klein in meinem Lieben, beschränkt vielleicht und eng begrenzt dazu, weil ich in deutschem Denken steh`n geblieben und nicht modern bin so wie du. Ich sah die Länder mancher Zunge; doch näher als der König Psammetich steht mir der letzte deutsche Schäferjunge, der denkt und fühlt und spricht wie ich. Ich bin geboren, deutsch zu fühlen, bin ganz auf deutsches Denken eingestellt; erst kommt mein Volk, dann all die andern vielen, erst meine Heimat, dann die Welt. Bogislav Freiherr von Selchow |

